Insel Bømlo im Juli/August 2017

 20.7.17 Römerberg - Gut Basthorst
Start ist um ca 9.15 Uhr in der Pfalz, die Fahrt verläuft gut und wir erreichen wir Gut Basthorst (Höhe Hamburg) entspannt gegen 17 Uhr. Die Kinder verhalten sich ziemlich ruhig und Dank der "Kinder-Party-Lieder-CD", die wir rauf und runter hören (man muss mitsingen, sonst ist man von der Musik genervt... ;-) ), bleibt sogar das Gequengel aus
:-) Uns bleibt genügend Zeit, um gemütlich spazieren zu gehen und das Gut zu erkunden. Nach einem leckeren Abendessen werden Kinder und Hund noch bespaßt, danach geht es zügig ins Bett.

 

21.7.17 Gut Basthorst - Hirtshals
Bis wir loskommen ist es mal wieder kurz vor 10. Aber auch heute läuft die Fahrt entspannt und um 16 Uhr kommen wir bei Nieselregen in Hirtshals an. Das Parken am Strand wurde erschwert: große Steinblöcke und auch eine Breiten-/Höhenabsperrung lassen nur Pkw hindurch auf den Parkplatz - mit unserer Dachbox kommen wir da leider nicht durch. Nachdem wir doch noch einen Stellplatz gefunden haben, können wir Hund und Kinder über den Strand jagen. Dann geht es rüber zum Check-in zur Fähre, der heute unheimlich lange dauert - und so legen wir mit einer halben Stunde Verspätung ab. Die Kinder sind schnell im Bett und auch wir schlafen früh ein.

 

22.7.17 Stavanger - Langevåg
Der Tag beginnt sehr zeitig - um 6.30 Uhr müssen wir bereits die Fähre verlassen - also aufstehen um halb sechs.

Pünktlich rollen wir von der Fähre und melden brav beim netten Zollbeamten unseren Hund an.
Weiter geht es Richtung Norden, unterwegs wird noch gefrühstückt und getankt. Eine Stunde früher als gedacht - bereits kurz nach 10 Uhr - erreichen wir das Ferienhaus auf der Insel Bømlo in Langevåg. Es liegt in einer sehr engen Sackgasse, direkt am Meer mit eigenem Bootssteg. Als wir kommen begrüßen uns Roger und Paul, die sogenannten "Schlüsselhalter" und weisen uns kurz ein. Zu unserer Freude stehen uns Kajaks, ein Tretboot und zusätzlich kleine Paddelboote an unserem kleinen Privatstrand zur Verfügung. Der "Kinderbereich" besteht aus einem Sandkasten, einer Kletterwand und einem mit Spielzeug gefülltem Kindergartenhaus, welches von unseren Zwergen sofort in Beschlag genommen wird - die beiden sind schwer beschäftigt - sehr praktisch, denn so können wir in Ruhe auspacken.
In Langevåg kaufen wir noch im Supermarkt ein, holen Benzin für unser Motorboot (denn leider war der Tank leer) und am Nachmittag trudeln dann auch unsere Freunde ein, mit denen wir die nächsten zwei Wochen hier verbringen werden. Sie haben das Ferienhaus direkt neben uns gebucht
:-) Die Kinder toben noch zusammen, dann ist für alle früh Schlafenszeit - es war ein langer Tag...

 

23.7.17 Kalavåg
Die Sonne weckt uns, sie strahlt richtig vom Himmel! Ein herrlicher Morgen... Nach einem leckeren Frühstück werden nacheinander von uns acht Urlaubern die verschiedenen "Wasserfortbewegungsmittel" getestet. Ich versuche mich zum ersten Mal im Kajakfahren (Sit-on-Top) ... und es ist einfach nur herrlich. Das Wasser ist fast spiegelglatt und während ich fahre höre ich nur das Paddel, wie es ins Wasser eintaucht (ja, und auch ab und zu eine Möwe...). Diese Ruhe und das Über-das-Wasser-gleiten ist einfach nur toll - aber auch anstrengend. Wenn man diese Bewegung nicht gewohnt ist und die richtige Technik nicht kennt, geht das ganz schön in die Arme ... Natürlich werden auch noch Tret- und Ruderboot getestet. Zu guter Letzt steigen wir Vier in unser angemietetes Yellow-Boat und erkunden die nähere Umgebung, mein Mann wirft ein paar Mal die Angel aus. Wieder zu Hause bekommt der Sohnemann gar nicht genug vom Angeln und möchte es vom Steg aus weiter versuchen. Den ganzen Tag verbringen wir draußen am und im Wasser - auch der Ministrand am Haus wird rege genutzt
😊

Neben dem Haus ist ein kleiner Hügel - irgendein netter Mensch hat hier oben eine Holzbank hingestellt... herrlich hier zu sitzen und den Ausblick zu genießen.
Als alle Kinder im Bett sind (und auch endlich mal schlafen), wollen wir uns noch mit unseren Freunden gemütlich auf die Terrasse setzen.... doch kaum haben wir es uns bequem gemacht, schwirren Dutzende kleine Insekten um uns herum - diese kleinen schwarzen Scheisserchen machen es uns unmöglich, draußen zu sitzen, ohne ständig mit den Händen vor dem Gesicht herum zu fuchteln. Also ziehen wir es vor, den guten Pfälzer Secco gemeinsam drinnen zu genießen.

24.7.17
Der Morgen begrüßt uns mit.... Regen. Auf keiner WetterApp war dies vorhergesagt. Aber egal, man kann es ja sowieso nicht ändern. Nach dem Frühstück und dem Einkauf im Supermarkt werden das Angelboot, die Ausrüstung und auch unsere "großen" Kinder für den Angeltrip gerichtet. Die Männer starten mit den Kindern um elf und kurz darauf wird das Wetter wieder bombastisch, die Sonne „brezelt“ vom Himmel und wird nur durch ein paar Wölkchen gestört. Das Meer ist ruhig und ich fange im Vorbeilaufen am Steg mal kurz einen Krebs, den ich natürlich gleich wieder frei lasse (wir taufen ihn „Karl“)
:-) Bei diesem Wetter verbringen wir "Daheimgebliebenen" die Zeit natürlich draußen.
Während die Kleine später schläft, chillen der Hund und ich auf der Terrasse.
Die Männer kommen mit einem guten Fang gegen 15.30 zurück und filetieren zunächst die Fische. Gemütlich lassen wir den Nachmittag ausklingen und grillen alle zusammen gegen Abend den Fisch, essen dazu leckere Salate und sitzen gemütlich auf der Terrasse.

 

25.7.17 - Leirvik/Landåsen
Der Blick aus dem Fenster lässt wettermässig zunächst nichts Gutes verheißen... es regnet wieder... doch wir wissen ja, das man nicht viel darauf geben kann. Also starten wir um halb zehn Richtung Leirvik (Insel Stord), dort gibt es die kinderfreundliche Wanderung "Landåsen - Märchenwald". Nachdem wir uns ein-, zweimal verfahren haben, finden wir den Start zur Rundwanderung. Es ist ein wahrlich märchenhafter Wald, der Boden mit saftig grünem Moos überzogen, überall Farn, immer wieder winzige Wasserläufe, ein richtiger Trollwald eben... nach einer Weile stehen am Wegesrand dann endlich die Figuren, die dem Wald seinen Namen geben: Gestalten aus bekannten und (uns) unbekannten Märchen säumen den Weg, teilweise ziemlich gruselig - doch die Kinder sind begeistert, rennen lachend von einer Figur zur nächsten... weiter geht es bergauf, bergab durch den schönen Wald bis hin zu einem idyllischen See. Die Kinder werden langsam müde, vom See zum Auto ist es glücklicherweise nicht mehr weit. Insgesamt sind wir nun doch über zwei Stunden gelaufen.
Als wir wieder zu Hause sind, ist unser Vermieter Sib da, wir klären mit ihm ein Unstimmigkeiten und er ist löst unsere kleinen "Problemchen". So nebenbei fällt der Sohn in voller Montur vom Steg ins Wasser ... wieso war mir von Anfang an klar, dass ER der erste ist, dem das passiert?!
Am späten Nachmittag fahren wir zu Acht auf's Meer raus, mein Mann versucht etwas zu angeln, jedoch diesmal ohne Erfolg. Nachdem die Männer gestern jedoch reichlich gefangen hatten, vertilgen wir noch einige frisch gegrillte Filets, Dank des schönen Wetters wieder unten am Steg im Freien (natürlich nur, bis die kleinen Scheisserchen wieder auftauchen... ).

 

26.7.17 - Espevær
Wieder einmal Regen - und dabei wunderschöne glatte See, perfekt zum Angeln. Heute haben wir vier lange geschlafen und so wird es halb elf, bis wir alle abfahrtbereit im Boot sitzen. Es hat längst aufgehört zu regnen und die Zwerge freuen sich über jedes Schnellboot, das an uns vorbeidüst und durch die Wellen ein Schaukeln verursacht. In der nächsten Bucht halten wir und unser Großer schafft es, an einem Vorfach zwei Makrelen an Bord zu holen - natürlich ist er sehr stolz! Daraufhin will unsere 2-Jährige mithalten und will unbedingt auch angeln, also schnappe ich mir mit ihr zusammen eine Route und gemeinsam stehen wir nun alle Viere an der Reeling und halten die Routen ins Wasser. Nach zwei Stunden ist es für die Kleine genug und mein Mann setzt mich mit den Kindern an unserem Steg ab und fährt alleine noch einmal (erfolgreich) raus.
Um 16.15 Uhr geht die Fähre von Eidesvik (hier um die Ecke) nach Espevær, der autofreien Insel vor Bømlo. Die Insel ist ruhig, beschaulich und idyllisch. Die Straßen dienen nur Fußgängern und Radfahrern. Wir spazieren auf der Insel umher - leider ist sowohl das Sommercafé als auch der Hummerparken geschlossen und der sogenannten UFO-Ring mit den Kinderwägen nicht erreichbar. Macht aber nix, es ist trotzdem schön auf dem Inselchen und die Kinder können sogar noch ein wenig auf dem Spielplatz toben.
Die Fähre um halb sieben bringt uns zurück nach Bømlo, heute sind wir alle müde (die Meeresluft macht offenbar generell müde
) und nach dem Abendessen gehen sogar die Kinder freiwillig ins Bett.

 

27.7.17 Haugesund
Die Wettervorhersage sagte, es würde ab 10 Uhr in Haugesund aufhören zu regnen ... naja, das glauben wir mal und fahren los - die Fahrt dauert ca. 1 Stunde und wir sind um 10 Uhr in der Stadt - und es gießt in Strömen. Nein - es schüttet aus Kübeln - der Himmel hat die Schleusen geöffnet. Nach ein paar Minuten sind Erwachsene und Kinder und auch der Hund trotz Regenjacken und Schirmen klitschnass (nein, der Hund hatte keine Jacke…). Wir laufen von Pfütze zu Pfütze durch die Haraldsgata, es bilden sich richtige Wasserläufe auf der Straße und ich bemerke, dass die in Deutschland üblichen Regenrohre bis zum Boden hier irgendwie nicht in Mode sind: Das Wasser schießt in 2-3 m Höhe vom Dach einfach aus den Rohren raus auf die Straße - und meine Kleine findet das so witzig, dass sie meint, sie könne darunter duschen... Pitschnass gehen wir in einem Café Waffeln essen (… und bei diesem Wetter schmecken sie einfach doppelt so gut :-)
) Eine halbe Stunde später hat es aufgehört zu regnen - und keine weiteren 5 Minuten danach laufen wir bei strahlendem Sonnenschein durch’s Städtchen und zum Hafen hinunter. Hat hier wirklich kurz zuvor dieser „himmlische Wasserrohrbruch“ stattgefunden? Unglaublich: Es ist norwegisches Bilderbuchwetter, wir schlendern am Hafen entlang, Haugesund ist ein hübsches gemütliches Städtchen. Yachten, Schiffe und Boote (worin auch immer genau die feinen Unterschiede bestehen) reihen sich aneinander, Möwen kreischen, es ist herrlich. Um halb eins gehen wir direkt am Hafen noch lecker essen und spazieren danach gemütlich Richtung Auto zurück. Unterwegs laufen wir an einem Kletterseil-Spielplatz vorbei - natürlich verbringen wir hier einige Zeit, die Kinder können sich noch einmal so richtig austoben. Auf dem Rückweg halten wir bei Norwegens Reichsmonument Haraldshaugen, ein Denkmal aus zahlreichen Obelisken mit Blick auf die Küste. 
Zu Hause angekommen machen Mann und Sohn noch einen Angeltrip - ich fahre mit dem Töchterlein Tret- und Ruderboot und übe mich dann noch im Fußball. Bis zum Sonnenuntergang scheint tatsächlich die Sonne - wer hätte das nach dem verregneten Start in den Tag gedacht?

 

 

28.7.17 - Wanderung zum Mørkedalsfjellet
Nach einem ausgiebigen Frühstück und kurzem Einkauf, setzt mich mein Mann mit Hund auf dem Rückweg an einem Schild zum Wanderweg "Mørkedalsfjellet" ab, das er gestern zufällig bei uns „um die Ecke“ entdeckt hatte. Natürlich packt mich die Abenteuerlust und ich beschließe spontan, einfach mal zu laufen. Normalerweise informiere ich mich ja über die Touren und weiß zumindest, wohin es geht und über Höhenmeter und Wegbeschaffenheit inetwa Bescheid... diesmal laufe ich einfach drauf los, nur mit dem Handy bewaffnet, nicht einmal was zu Trinken... Wasser ist ja genug da ;-) .  Nachdem es ja heute Morgen geregnet hatte, entscheide ich mich für meine Wandergummistiefel - eine weise Entscheidung, denn ohne diese hätte ich nach 30 Metern schon wieder umdrehen müssen. Der Weg - mal wieder desöfteren kaum als ein solcher zu erkennen - besteht zu 70% aus Matsch und Morast. Sogar die zur besseren Querung platzierten Holzlatten sind oftmals im Matsch oder unter Wasser versunken. Aber das macht das Ganze ja nur noch spannender
;-).  Bergauf, bergab, durch Matsch und Bach, über glitschige Steine geht es immer weiter durch einsame wunderschöne Wiesen- und Felslandschaften, immer wieder kann ich leckere Blaubeeren pflücken. Es macht richtig Spaß und nach einer Weile kann ich mir denken, wohin es geht, denn auf der höchsten Stelle des Fjelles entdecke ich eine Hütte und eine Radarstation. Oben angekommen werde ich mit phantastischem Blick über die Insel, die Schären bis rüber nach Espevær und zum Festland belohnt. Herrlich! Der Abstieg über die glitschigen Felsen bedarf echter Konzentration, um nicht abzurutschen. Es fängt an zu regnen, als ich fast am Ende der Wanderung gerade dabei bin, Pfifferlinge zu pflücken. 
Im Nachhinein informiere ich mich:  Die Tour auf das Fjell ist ein Teil der sogenannten "Norsjøløypa" und soll laut Angabe 1,5 bis 2 Stunden dauern. Mit allen Pflück- und Photopausen inklusive habe ich 1,5 Stunden gebraucht.
Nachmittags fahren wir vier nochmals bei leichtem Regen (der sich bald verzieht und herrlichster Sonnenschein uns beglückt) mit dem Boot raus. Es wird erfolgreich geangelt und wir sichten zu meiner großen Freude auch noch den Seeadler, der hier sein Revier hat.
Abends grillen wir mit unseren Freunden die gestern gefangenen Fische und essen wieder unter freiem Himmel. Einfach nur herrlich, dieser Urlaub
J

 

29.7.17 - Åkrehamn Sandstrand auf Karmøy
Heute Vormittag fährt mein Mann mit meiner Freundin mit dem Boot raus und weist sie "in die hohe Kunst des Angelns" ein
;-) . Währenddessen gehen Ihr Mann und ich mit den vier Kindern auf den nahegelegenen Spielplatz, auf dem sie sich - auch Dank des riesigen Trampolins - sehr wohl fühlen.
Als alle Mann/Frau/Kinder wieder daheim sind, essen wir zu Mittag und machen uns gemeinsam auf nach Karmøy, zum Sandstrand bei Åkrehamn. Unterwegs schwankt das Wetter zwischen starken Regenschauern und leichtem Nieselregen. Als wir in
Åkrehamn ankommen, hört es glücklicherweise auf und wir spazieren den langen Sandstrand entlang. Das Wetter reicht leider nicht zum Baden, sondern nur zum Sandförmchen-Wenden aus. Bei gutem Wetter muss dies ein herrlicher Badeplatz sein. Dann fängt es wieder so richtig an zu regnen/schütten/kübeln und so treten wir (mal wieder ziemlich durchnässt) den Rückzug an. Eigentlich wollen wir auf dem Rückweg noch an dem Leuchtturm Ryvarden halten - doch das Navi leitet uns ganz anders als auf dem Hinweg und so verpassen wir leider den Abzweig zum Turm ... man sollte doch einfach mal wieder ganz altmodisch nach Karte fahren!
Heute Abend genießen wir die gestern selbst gepflückten Pfifferlinge, seeehr lecker!

 

30.7.17
Da am Morgen noch gutes Wetter vorhergesagt ist, beschließen wir vier, noch eine Bootstour zu machen. Diese wird tatsächlich ein voller Erfolg. Nicht nur, dass mein Mann den bisher größten Fisch des Urlaubs fängt (einen schönen Pollack), nein, "unser" Seeadler lässt sich wieder blicken. Er sitzt quasi neben uns auf dem Felsen und wartet. Also beschließen wir, ihn zu "füttern": Als mein Mann einen kleinen Fisch fängt, wird er dem Adler "zum Frass vorgeworfen"... und er lässt sich damit tatsächlich anlocken. Er setzt zum Sturzflug an und holt sich den Fisch in der Nähe unseres Bootes
Es ist so herrlich, dieses wunderschöne Tier aus der Nähe zu sehen. Trotz, dass die Wellen unser Boot ziemlich durchschaukeln und Gleichgewicht halten sich als schwierig erweist, gelingen mir noch ein paar schöne Aufnahmen. Ich bin selig. Als wir dann noch Schweinswale erblicken, quietschen die Kinder vor Freude. Welch ein schöner Bootsausflug!
Wieder zu Hause chillen wir noch bis nachmittags der Regen einsetzt gemütlich auf der Terrasse (es fehlt einfach ein überdachter Aussenbereich). Mit einem Spieleabend lassen wir mit unseren Freunden den Abend ausklingen.

 

31.7.17 - Skudeneshavn
Eigentlich wollen die Männer heute früh eine kleine Angeltour machen. Es ist jedoch sehr windig und nachdem sie die Lage außerhalb unseres Minifjordes gecheckt haben, beschließen sie –aufgrund des starken Wellengangs – ihr Glück nur in unserer Bucht zu versuchen. Wir Frauen bespaßen die Kinder am hauseigenen Strändchen mit Sandburgen bauen, Garnelen- und Schneckenfangen... es gibt schließlich immer schrecklich viel zu tun hier am Bootssteg
;-)
Um 13 Uhr geht für uns vier die Fähre von Langevåg nach Buavåg, wir wollen heut das Städtchen Skudeneshavn am südlichen Ende Karmøys besuchen. Dort angekommen schlendern wir durch die Gamle by. Es ist ein richtig süßes Städtchen mit lauter weißen Holzhäusern, die die engen Gassen säumen (laut Internetseite einer von Europas besterhaltensten Stadtkernen). Viele Bewohner haben ein Händchen dafür, ihre Häuser und Gärten mit schönen Blumen zu schmücken oder stellen Holzschiffe in ihre Fenster, sodass es sogar für die Kinder immer was zu gucken gibt. Wind und dunkle Wolken kommen auf und wir setzen uns in ein gemütliches Café, in dem auch so nebenbei noch Wollpullis und -mützen verkauft werden. Dort lassen wir uns Waffeln, Kjøtt-Toast und eine Spezialität, die man mit Butter und Zucker bestreicht, schmecken (dummerweise habe ich den Namen vergessen ...) - es war jedenfalls sehr lecker!! Es regnet und wir laufen zurück zum Auto. Kaum fahren wir los strahlt wieder die Sonne vom Himmel... versteh einer dieses Wetter
J
Auf dem Rückweg folgen wir dem Schild Ryvarden fyr - eigentlich dachte ich, man könne diesen in ein paar Minuten zu Fuß erreichen, doch der einfache Weg sind 2 km, dann würden wir unsere Fähre um 18.30 Uhr verpassen, also lassen wir das lieber sein. Auf dem Rückweg nehmen wir mal so richtig gesundes Essen zu uns: Hotdogs von der Tankstelle
;-) - da muss ich wenigsten mal nicht kochen.

 

1.8.17
Heute beginnt der Tag mit Sonnenschein und wir nehmen uns
für heute absolut gar nichts vor... einfach mal nichts tun und nur das wunderbare Wetter genießen :-) Mein Mann muss jedoch leider in die Autowerkstatt, wir haben uns eine Schraube in den Reifen gefahren. Überraschenderweise ist das Problem in einer Viertelstunde erledigt. In der Werkstatt hier in Langevåg muss mein Mann nicht einmal warten, er wird sofort nett bedient und das Ganze kostet auch nicht viel. Danach können wir unseren weitläufigen Außenbereich mit den Kindern nutzen... Ministrand, Garnelenfang, Spielhaus, Sandkasten ... wir haben unseren Spaß und das Wetter ist einfach bombastisch. Leider ist es sehr windig, das Meer total aufgewühlt und so können wir mit dem Boot nicht rausfahren.
Nachmittags besuchen wir noch einmal den Spielplatz bei uns um's Eck, auf dem die Kinder wieder ausgiebig toben können.
Der Plan für den Abend ist es, den Badezuber im Freien zu benutzen, ein schwieriges Unterfangen. Allein das Befüllen dauert schon 2 Stunden. Dann das Befeuern... eigentlich steht bei der Hausbeschreibung, man könne beim Vermieter Holz kaufen... nö, das schonmal nicht. Er sagte nur, "da hinten" läge Holz, das man verwenden könne... Holz, das mein Mann noch zerhacken muss (wie gut, dass er "für irgendwelche Notfälle" immer eine kleine Axt dabei hat) - und dann ist es natürlich auch noch nass. So dauert das Befeuern statt der anberaumten zwei Stunden fast vier und das Wasser wird nicht warm... Es ist schon spät, nur aus aus Trotz wollen wir aber für ein paar Sekunden rein hüpfen - doch das Wasser hat gerade mal gefühlte zehn Grad... brrrr. Da kann ich nur Shakespeare zitieren: Viel Lärm um nichts

 

2.8.17 - Bergesfjellet
Regenschauer - Sonne - Regenschauer - Donner - Blitz - Regenschauer...  der Wettergott braucht ein Weilchen, bis er sich beruhigt hat. Heute Mittag möchte ich noch einmal alleine wandern. Mein Großer hat heute Fieber, daher möchte ich nicht weit fahren und auch nicht so lange weg bleiben. Auf www.ut.no schaue ich mich um und finde dort eine nette kleine Wanderung zum Bergesfjellet, die nur eine Stunde dauert und zu deren Ausgangspunkt ich nur 10 Minuten fahren muss. Perfekt.
Man parkt bei einer winzigen Häuseransammlung - es ist so wunderschön und idyllisch dort (ich muss zwangsläufig an Bullerbü denken
) - rot und weiß gestrichene Häuser, saftig grüne frisch gemähte Wiesen, grasende Schafe, wohltuende Ruhe und Sonnenschein. Ich krieg mich fast nicht mehr ein vor lauter schön :-)
Ich laufe los, der Weg beginnt auf frisch gemähter Wiese und ich denke noch: 'Das wird ein netter Spaziergang.' 50 Meter weiter ist es dann doch wie üblich (nach Regenfällen): matschige Wege, die als solche nicht zu erkennen sind. Die Markierungen sind jedoch zahlreich und gut platziert. Es geht plötzlich steil bergauf. Weg? Fehlanzeige. Mir fließt durch das Gestrüpp Wasser entgegen und meine Schuhe bleiben einige Male im Matsch stecken, ein paar kleine Klettereinlagen hat der Weg auch zu bieten
… Dafür wird man nach dem steilen Aufstieg auch schnell mit der ersten wunderbaren Aussicht belohnt. Ganz oben angekommen hat man dann einen genialen Rundumblick: Espevær und weitere vorgelagerte Inseln, hinein in den Bømlafjorden zur Insel Stord, zum Berg Siggjo bis weit in den Norden der Insel Bømlo. Es ist einfach nur herrlich! Diese Stille und Einsamkeit da oben, so allein. Nach einer halben Stunde genießen, mache ich mich auf den Rückweg, zurück in meinen Familientrubel. Draußen am Steg fangen wir wieder eifrig Garnelen, Krebse und mein Sohn sogar noch eine Seenadel. 
Mein Mann hat Holz gekauft (nach langer Suche, denn im Sommer bekommt man das nicht überall) - heute wird im Zuber gebadet, komme was wolle!
Nach dem Abendessen macht er sich ans Heizen... und mit DIESEM Holz klappt es wunderbar
: Das Wasser wird richtig warm und wir machen es uns, als die Kinder im Bett sind, mit einem Gläschen Pfälzer Wein darin gemütlich:-)

 

 

3.8.17
"Es regnet, es regnet, es regnet seinen Lauf. Und wenn's genug geregnet hat, dann hört's auch wieder auf!"
... also das mit dem Aufhören klappt heute ja mal so gar nicht. Die kleine Maus hat außerdem Fieber und so wird es nichts mit dem Regenspaziergang. Dem Großen geht es wieder gut und er will mit Papa zum Angeln fahren. Da kein Wind geht ist das kein Problem, wird er halt richtig eingepackt. Die beiden Männer fahren also mit den "Großen" raus und ich bleibe mit der Kranken Maus daheim. Was für ein Angeltag, einer nach dem anderen geht an den Haken. Glücklich und zufrieden kommt die Crew nach Hause. Da es heute den ganzen Tag regnet, beginne ich so nebenbei schon Kleinigkeiten zu packen und aufzuräumen... schließlich ist das Ende des Urlaubs leider sehr nah...

 

 

4.8.17
Was soll ich sagen ... der Tag beginnt schon wieder mit kräftigem Nass von oben. Mein Mann und mein Sohn nutzen die stille See noch zu einer letzten Ausfahrt mit dem Boot. Der Maus geht es wieder gut und so holen wir den gestern verpassten Regenspaziergang einfach nach.
Im Laufe des Tages, so gegen Mittag, kann man dann wiederum fast nicht glauben, dass jemals Regenwolken hier vorbei gezogen sind... strahlendes T-Shirt-Sommer-Sonne-Wetter
J
Wir können den Tag nochmal so richtig genießen, die Kinder toben umher, eifrig werden Garnelen und große (grüne!) Krebse gefangen... es ist einfach herrlich schön! Und unglaublich, dass der Urlaub schon vorüber ist.
Am Abend grillen wir zum Abschluss zusammen die selbst gefangenen Fische und das selbst gekaufte Fleisch
;-) und sitzen nochmals draußen am Steg zum gemeinsamen Essen. Mit dabei unsere Lieblinge, die kleinen bissigen Insekten-Scheisserchen, die sich offensichtlich im Laufe des Urlaubs vermehrt haben... 
dann heißt es: Auto beladen ... und ein bisschen seufzen...

 

5.8.17
Vor zwei Tagen bin ich auf der Treppe abgerutscht - der Stoß ging von der Ferse bis ins Kreuzbein (= meine "Problemzone", die mir schon einmal einen Krankenhausaufenthalt beschert hat). Heute Morgen sind die Schmerzen sehr schlimm und ich frage mich, wie ich die Heimreise schaffen soll, ich kann kaum laufen.
Naja, losfahren müssen wir ja.
Ab Langevåg geht die Fähre um 9 Uhr, dann Richtung Osten / Røldal. Unterwegs kommen wir am Langfossen vorbei. Für mich als absoluter Fossenfan ein Highlight des Urlaubs. Als wir dort ankommen quäle ich mit aus dem Auto und schlurfe im Schneckentempo Richtung Wasserfall. Ich komme nicht weit - der stechende Schmerz ist so stark, dass ich absolut nicht weiter laufen kann. Von Weitem mache ich Fotos und mir wird klar: so werde ich es nicht schaffen, auch nur einen einzige Stufe auf der ColorFantasy hoch zu steigen. Kriegsrat im Auto... ich muss zu einem Arzt. Samstags mittags. In Norwegen. Dr. Google sagt, in Odda ist das nächste Krankenhaus! Glückstreffer: nur 60 km zusätzlich zu fahren. Wie gut, dass ich sogar an solchen Situationen unter Schmerzen etwas Positives sehen kann: Durch den Umweg fahren wir durch das Tal der Wasserfälle, diese Strecke hat mir 2014 schon so gut gefallen. Jeder Hubbel auf der Strecke wird aber zunächst zur Qual.
Im Krankenhaus angekommen macht sich mein Mann erst einmal auf die Suche nach irgendjemanden... niemand ist da, keine Schwester, kein Arzt, niemand an der Rezeption... Totenstille. Irgendwann findet er jemanden, der gerade aufräumt, die Dame sagt, dass jetzt kein Arzt da sei, um 14 Uhr aber eine Notbesetzung käme, ich solle unten warten (da war es 13 Uhr). Mann, Kinder und Hund schicke ich fort zum Hafen, sollen die sich wenigstens vergnügen! Ich kann nicht sitzen und nur krumm abgestützt da stehen (und vor mir, total motivierend, eine Vitrine mit altem OP-Werkzeug – da kann man nur die Hoffnung haben, dass das mittlerweile nicht mehr benutzt wird). Eine telefonierende Dame rauscht an mir vorbei und holt sich am Automat einen Kaffee. Sie fragt mich, ob Sie mir helfen könne. Als ich ihr sage, ich warte auf den Arzt, schaut sie mich verwundert an und sagt, sie komme gleich wieder. 10 Minuten später sitze ich in ihrem Behandlungszimmer und nachdem alles geklärt ist, verschreibt Sie mir starke Medikamente und sagt mir noch, wo die Apotheke zu finden ist. Sofort werfe ich mir die Medis ein und wir fahren zurück, wieder durch das Tal der Wasserfälle ... Der Placebo-Effekt wirkt sofort, mir geht es besser… und mein Fossenfan-Herz ist begeistert. Am Låtefossen machen wir einen Foto-Wickel-Eisess-Stop ... das macht einiges meiner Schmerzen wieder gut. 
Weiter geht es über Røldal und das wunderschöne Haukelifjell. Irgendwann fahren wir zum Tinnsjø zum Campingplatz Sjøtveit (wir waren 2014 schon einmal hier) – dort habe ich im Voraus eine Hütte mit Bad reserviert. Die Kinder toben auf dem Spielplatz und ich kuriere meine Schmerzen liegend auf der Heizmatte aus. Die Medikamente beginnen zu wirken und mir geht es um Längen besser!

 

6.8.17 - 7.8.17
Ja, die Mittelchen wirken, ich kann wieder halbwegs laufen... im Schneckentempo zwar, aber ich KANN! Deshalb bewege ich mich mal Richtung See. 2014 fand ich ihn schon so schön, so beruhigend, so idyllisch - und das ist er auch diesmal. Ich kann nicht beschreiben, welche Ruhe dieses Gewässer auf mich ausstrahlt, es ist einfach schön. Leider können wir ja hier nicht lange verweilen: Heute geht es ab Oslo mit der Color Fantasy Richtung Kiel. Bis die Kinder, der Hund und der Rest eingepackt ist, ist es mal wieder nach 10 Uhr. Die Fahrt nach Oslo verläuft zunächst über einsame und schöne Fjellstraßen, bis wir dann in Kongsberg auf die E134 fahren, dann ist alles eher unspektakulär. Die Zeit drängt etwas, deshalb machen wir auf Bygdøy nur einen kleinen Hundegassi-Stop bei strömendem Regen. Als wir dann weiter fahren, entdecken wir auch die Color Fantasy... sie scheint auf uns zu warten... und tatsächlich: Wir fahren zum Schalter, da hebt uns der Typ beim Check-In schon die fertigen Reiseunterlagen hin (ohne dass wir unsere Namen gesagt haben) und fragt, ob wir die mit dem Hund seien... Hä? Die warten ja wirklich auf uns - peinlich! Da die "Hundeleute" ja in einem bestimmten Bereich parken müssen, fahren wir an allen anderen Wartenden vorbei und werden gleich eingewiesen. Das nenn ich mal fix auf dem Schiff sein, einfach durchfahren :-) Auch auf Deck angekommen wird der Flur mit unseren Kabinen als erstes freigegeben, das nenn ich mal Glück :-) Wegen der Kinder haben wir die große Kabine mit Fenster genommen. Teurer, aber ich habe durch das Buchen über die norwegische Seite knapp 100 Euro gespart, also gönnen wir uns den puren Luxus, die Kinder haben viiiiel zu sehen und das ist sehr viel wert! Wir legen pünktlich ab und der Seegang wird später ... naja, nennen wir es mal "echt nett"... die Kübeltüten, die überall rumhängen, werden reichlich genutzt (
von uns Gott sei Dank nicht) und relativ früh ist von vielen Passagieren nichts mehr zu sehen. So stark habe ich das Geschaukel noch nicht erlebt... Wir schlafen trotzdem gut und früh.

Das herrliche an dieser teureren Kabine: das Frühstück ist inklusive (was das "teuer" wieder etwas relativiert, denn frühstücken müssen wir ja sowieso). Und wo dürfen wir frühstücken? Im "Titanic-Raum", wie ich ihn nenne ;-) - mit riesiger Glasfront und dadurch herrlicher Aussicht und bei strahlendem Sonnenschein genießen wir das reichhaltige Frühstücksbuffet als Abschluss unseres Urlaubs.

 

Fazit: Norwegen, du hast uns und unser Fernweh fest in der Hand. Auch mit Kindern ist es immer ein entspannter Urlaub, es gibt viel zu erleben, wir fühlen uns dort einfach nur wohl! Dass wir wieder kommen steht außer Frage... 2018 ist gebucht :-)